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Hier
die Kurzgeschichte, wie ich zu diesem Hobby gekommen bin: |
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Als technikbegeisterter Feinmechanikerlehrling im 2. Lehrjahr kaufte
ich mir eine in Teile zerlegte NSU MAX (Baujahr 1954), die ich in
meinem zusammen gebastelten VW Käfer von Gaggenau nach Hause
brachte. Gegen alle Widerstände in der Familie restaurierte ich das
Motorrad ohne jegliche familiäre Unterstützung in meiner damals noch
sehr spartanisch ausgestatteten Werkstatt. Dennoch gelang es mir
diesen Schrotthaufen durch meinen Ausbildungsbetrieb, meine Lehrer
und vielen hilfsbereiten Menschen nach einer einjährigen Bauzeit in
einen erstklassigen Zustand zu bringen.
Die damaligen Restaurationsarbeiten blieben einem, mir bekannten
älteren Herren nicht verborgen. Er schwärmte mir immer von seiner FN
vor, deren Teile (ausgenommen der Motor) er irgendwann
verschrottete. Er freute sich so über die Leistung, dass er mir
seinen FN- Motor schenkte. So begann für mich der Einstieg in die
damals mir noch unbekannte Marke FN.
Gegen alle Widerstände gelang die Restauration in einer
bemerkenswerten guten Qualität (so gut, dass das Motorrad heute nach
20 Jahren immer noch unverändert betrieben wird). Der Seitenwagen
musste dann in den Jahren danach auch noch mit dem gleichen Anspruch
zusammengestellt und angebaut werden. Das Motorrad ermöglicht mir
heute jährlich wiederkehrende Ausfahrten mit meinen Söhnen Alexander
und Sebastian zu unseren obligatorischen Zeltwochenenden.
Erstanden habe ich die FN im April 2000 von Frau Helene Ostertag,
deren Mann Karl (1921 bis 1991) eine größere Anzahl von Oldtimern
sammelte. Karl Ostertag, der in Welzheim eine Konditorei besaß
sammelte nicht nur dieses technische Kulturgut, sondern fuhr auch
bei den Veranstaltungen im In- und Ausland auf den Rallyes und bei
Rennen mit. In seinem Cafe in Welzheim trafen sich viele
Rennfahrergrößen wie z.B. Toni Mang. In der damaligen Zeitschrift
„Motorrad“ schrieb Karls enger Freund Ernst Leverkus „Klacks“ das
Nachwort nach dessen Tod 1991.
Die Sammlung, die sich über einige Museen verteilte (Zweiradmuseum
Neckarsulm, Privatmuseum Majer, Aalen) wurden in den nachfolgenden
Jahren aufgelöst.
Aus diesem Nachlass konnte ich die FN erwerben. Da die
vorausgegangene Restauration schon viele Jahre zurück liegen musste,
waren Standschäden zu verzeichnen. Da meine Vorgänger auf eine
originalgetreue Restauration mit Originalteilen achteten, hatte ich
eine hervorragende originale Substanz.
Eine Rückverfolgung der weiteren Besitzer wäre sehr schön, ist aber
leider nicht mehr möglich. Gekauft wurde das Motorrad lt.
Typenschild 1926 von der FN- Motorfahrzeuge Generalvertretung Alois
Stösser, Gudrunstrasse 6, in München.
Dennoch stellt sich immer die Frage nach der Vergangenheit dieses
technischen Kulturgutes. Wie war denn das vor ca. 80 Jahren?
Die FN M67 wurde im Jahre 1932 für 1550.- RM angeboten. Damals
kostete 1 kg Butter 2,77 RM. 1932 sank der durchschnittliche
Stundenlohn im Baugewerbe von 1,25 RM (1930) auf 0,85 RM.
Vergleich 1932 zu heute
Stundenlohn Butter Benötigte Arbeitszeit für 1kg Butter Motorrad
Benötigte Arbeitszeit für Motorrad
1932 0,85 RM 2,77 RM 3,26 Stunden 1550 RM 1823,5 Stunden
2005 18 € 1,50 € 14 Minuten 7000 € 390 Stunden
Fazit: Die Lebenshaltungskosten waren so hoch, dass der Verdienst
eines Mitarbeiters im Baugewerbe wohl kaum für ein Motorrad reichte.
Neuteile für diesen Ausführungstyp heute zu bekommen ist nicht
möglich. Den einzigen technischen Support der geleistet wird, führt
die FN-IG unter dem Vorsitz von Klaus Jürgen Berendsen durch. Die
FN-IG (Berendsen) sammelt alle Informationen die FN betreffen.
Besuchen Sie daher auch die Seite www.fn-ig.de .
Das Gründungsmitglied Klaus Dieter Denzer aus Bernkastel- Kues (an
der Mosel) organisiert jedes Jahr im 2. Septemberwochenende das
größte europäische FN – (Motorrad) Treffen in Bernkastel Kues (siehe
Internetseite FN-IG). |
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